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Ent-wormt: freie Bahn für Cloud Storage in Archiv-Lösungen

5.6.2018 / Falk Borgmann, Strategy Consultant, Deepshore GmbH

Wie wir der Investitionsfalle Speicherskalierung entkommen

Enterprise Content Management (ECM) und Enterprise Information Management (EIM) gehören für viele Unternehmen zu den wichtigsten Geschäftsprozessen – wenn auch nicht immer ganz freiwillig. Denn die Anforderung, nahezu sämtliche Daten über die Abläufe im Unternehmen revisionssicher zu erfassen, aufzubewahren und konform zu gesetzlichen Löschfristen zu verwenden, ist für die wenigsten CEOs und CIOs eine Herzensangelegenheit. Stattdessen ist es vor allem der Gesetzgeber, der mit den Forderungen der GoBD und einer Vielzahl von branchenspezifischen Regelungen zu den Verursachern einer nie gekannten Datenflut gehört. Der zweite Verursacher ist die fortschreitende Digitalisierung in den Unternehmen selbst, denn was erst einmal digital vorhanden ist, wird fast zwangsläufig auch zum Gegenstand der Archivhaltung.

Revisionssicherheit (Compliance) ist eine komplexe Angelegenheit und rund um die entsprechend zertifizierten IT-Infrastrukturen hat sich ein Technologie- und Anbietersegment herausgebildet, das nur mit erheblichen Investitionen in Hardware, Intelligenz und Betrieb zu stemmen ist. Es ist ein Segment, in dem bisher konventionelle Technologien dominieren und wenige Monopolisten mit hochzertifizierten Lösungen die Konditionen bestimmen. Besonders schmerzhaft wird das im Fall notwendiger Skalierungen, wo die Kosten für Systeme, Lizenzen und Projektleistungen sich aufgrund der konventionellen Systemarchitektur alles andere als schonend entwickeln.

Aber Skalierungsbedarf ist im Zeitalter permanent explodierender Anforderungen an Datenvolumen und -durchsatz kein Sonderfall, sondern ein Normalzustand.

Auf der Seite der ECM- und EIM-Plattformen ist unter diesem Druck längst eine Wachablösung im Gang: Die klassischen ECM-Systeme haben das Rennen bereits verloren, innovative Big-Data-Systeme beginnen sich durchzusetzen und heben die Organisation und die Verwertungsmöglichkeiten der Archivdaten dank NoSQL-Architektur auf ein revolutionär neues Niveau. Auch Skalierungen im Systemkern werden damit sehr viel günstiger und flexibler möglich. Und über Big-Data-Prozesse wird eine Vielzahl völlig neuer, mehrwertorientierter Anwendungen für das scheinbar „tote“ Kapital möglich. Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Denn mit dem Umschwung auf der Plattformseite wird umso deutlicher, wo im Skalierungsfall der wahre Kostentreiber steht: in der Storage-Infrastruktur.

Bisher ist hier der Einsatz von WORM-Speichern zur Sicherung der Compliance obligatorisch. Dabei wird die Revisionssicherheit über geschlossene Systeme und proprietäre Standards umgesetzt. Die Abhängigkeit der Anwender von einer geringen Zahl von Herstellern (NetApp, EMC Centera, Hitachi) ist enorm, Skalierungen sind teuer, Migrationen aufwändig. Vor allem aber ist der Preis pro Terabyte bei WORM-Speichern besonders hoch und steigt noch weiter, sobald Redundanz und/oder Hochverfügbarkeit benötigt werden.

Der Umstieg auf Cloud-Speichersysteme würde die Storage-Kosten um bis zu 80% senken. Die Anbietervielfalt in diesem Segment ist groß, die Kosten dank einem echten Käufermarkt extrem günstig. Storage-Provider sind bei Bedarf schnell gewechselt, Skalierungen laufen frei und kostenlinear. Und das alles bei mitgelieferter Hochverfügbarkeit und Always-On-Infrastruktur!

Warum halten sich die WORM-Speicher dennoch im Markt? Weil es bisher in der Cloud keine tragfähigen Compliance-Konzepte gab. Und weil damit günstiger Speicher in ECM-Archivlösungen keine verfügbare Option war.

Aber jeder gordische Knoten wird irgendwann zerschlagen. In diesem Fall haben wir es getan – indem wir mit Blockchain-Technologie Cloudspeicher mit voller Compliance ausstatten. Der Weg dorthin führt über die Errichtung einer Private Permissioned Blockchain, in der Hashing- und Timestamping-Funktionen die Absicherung der Daten übernehmen. Gleichzeitig werden Die Daten und Dokumente durch Verteilung in der Blockchain vor jeder Löschung geschützt. Compliance-Funktionen und Speicherorte bleiben vollständig voneinander getrennt.

Deep Shore

Archivsystem mit klassischem WORM-Speicher

Deep Shore

Archivsystem mit Blockchain-gesteuertem Speicher

Soweit das Grundprinzip. Auf dem Weg vom Modell zur alltagstauglichen, vollständigen Business-Lösung galt es, das System mit einem vollständigen Funktionsumfang auszustatten, der allen Szenarien des Unternehmenseinsatzes im ECM und EIM gerecht wird. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist der Deepshore-Blockchain-Storage.

Kern des Systems ist die Realisierung der autonomen Beglaubigungsschicht bei vollständiger Administration des Storage-Layers. Hinzu kommt die Fähigkeit, unterschiedliche Storage-Klassen und Geo-Lokationen zu verwalten. Auf dieser Basis wird eine Policy-basierte Umsetzung individueller Regelwerke durchgeführt (z.B. Inland-Speicherung, Begrenzung der Kopienanzahl in bestimmten Georegionen, Kopienablage auf unterschiedlichen Speichern). Und last but not least: Dank vollständiger Abstraktion der physikalischen Speicherschicht werden in unserem Blockchain-Storage Migrationen so einfach wie nie zuvor – es genügt die Ummeldung und Replikation des Datenbestandes!

Schluss mit proprietären Technologien im ECM und EIM, Kostensenkungen von bis zu 80%, Auflösen von Herstellerabhängigkeiten und ein beträchtlicher Zugewinn an Verfügbarkeit und Skalierbarkeit: Es gibt kaum noch Argumente dafür, die Zukunft jetzt noch auf WORM-Speichern aufzubauen.

 

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