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Goodbye, Maschinenpark: Blockchain-Microservices im ECM und EIM

27.6.2018 / Falk Borgmann, Strategy Consultant, Deepshore GmbH

So revolutionieren Blockchain-Technologien die Architektur von Archivsystemen

In unserem Beitrag „Ent-wormt: freie Bahn für Cloud Storage in Archiv-Lösungen“ haben wir uns ausführlich mit dem Befreiungsschlag für die Storage-Komponente im Enterprise Content-Management (ECM) und Enterprise Information Management (EIM) befasst. Durch die Überführung des gesamten Speichers in eine Compliance Cloud gelingt es mit einem Schlag, Kosten um bis zu 80% zu senken, Herstellerabhängigkeiten aufzulösen und Skalierungen sowie Migrationen vom Großprojekt zum Knopfdruck zu degradieren.

Ein Grund, sich zurückzulehnen? Auf keinen Fall. Denn auch oberhalb der Speicherschicht dominieren bei ECM- und EIM-Systemen proprietäre Technologien, kostspielige Hardware-Investitionen, komplexe Infrastrukturen und hohe Betriebsaufwände das Bild. Ausnahmen finden sich überall dort, wo die Archivplattform bereits auf eine Big-Data- und NoSQL-fähige Basis umgestellt wurde – in diesem Fall verfügen Unternehmen bereits über eine Systemarchitektur jenseits des konventionellen Maschinenparks.

Die herkömmliche Kombination aus Archivplattform, Archivspeicher und Schnittstellensystem ist eine reine On-premise-Umgebung – mit allen Vor- und Nachteilen des On-premise-Gedankens. Und, was Faktoren wie Investitionskosten, Unterhaltsaufwand, Flexibilität und Skalierbarkeit betrifft, eben vor allem mit Nachteilen. Oder anders ausgedrückt: im Idealfall eine großartige Infrastruktur, im Normalfall eine komplexe Herausforderung, im Problemfall eine komplizierte Großbaustelle.

Wir haben nach der Umsetzung unserer Idee von einem Blockchain-basierten Cloud-Storage ganz einfach weitergedacht. Und die nächste Frage war mehr als folgerichtig:

Ist es möglich und sinnvoll, auch alle anderen Archiv-Funktionen aus Ihrer Hardware-Bindung herauszulösen und virtuell abzubilden? Können diese Funktionen aus der Cloud heraus in verteilten Strukturen organisiert werden?

Beginnen wir mit der Machbarkeitsfrage. Die Antwort ist ein klares Ja.

Deep Shore

Archivsystem mit klassischer Infrastruktur

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Archivsystem in Microservices-Architektur

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Archivsystem in Microservices-Architektur

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Archivsystem in Microservices-Architektur

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Archivsystem in Microservices-Architektur

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Archivsystem in Microservices-Architektur

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Archivsystem in Microservices-Architektur

Der Weg zu nicht nur theoretischen Denkansätzen, sondern zu praxistauglichen Lösungen führt hier über die Umwandlung aller Archivfunktionen in Microservices. Mit den Kernfunktionen Access, Indexing, Data Verification und Storage ist ein Archiv vollständig in Microservices überführbar. Und mit dem zusätzlichen Microservice Analaytics gelingt ein weiterer Quantensprung: Weg vom klassischen Archivkonzept, hin zu einem Echtzeit-fähigen Enterprise Information Catalogue. Dieser enthält alle Unternehmensinformationen, alle Transaktionen und alle Dokumente in einer revisionssicheren Anwendungsschicht. Das alles bei freiem Zugriff von jedem Ort der Welt bei voller gesetzkonformer Compliance und Sicherheit. Und natürlich bei freier Skalierbarkeit in Bandbreite und Datenvolumen.

Spätestens hier wird auch die Sinnfrage beantwortet: ebenfalls mit einem klaren Ja.

Denn es geht eben nicht nur darum, proprietäre Denkmuster und Technologien aus dem Unternehmen zu entfernen und Kosten zu senken. Es geht auch um die Frage, wie aus der gesetzlich vorgeschriebenen Käfighaltung von totem Kapital etwas anderes wird: wertvoller Mehrwert.

Das Microservices-basierte Deepshore-Blockchain-Archiv ist mehr als ein klassisches Archiv jemals sein kann. Es ist auch mehr als das, was seit einigen Jahren als „Data-Lake“-Konzept durch die IT-Landschaft geistert. Es ist die Datenbasis der Zukunft – weil es ERP-Systeme und Data Warehouses zu jedem Zeitpunkt und in Echtzeit mit dem kompletten digitalen Wissen aus dem Business versorgt. Und den Gesetzgeber ganz nebenbei zufriedenstellt.

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